Garten im Dezember - von Elmar Mai

Wohin mit dem Laub

Das Rad dreht sich weiter ...

Die Gartensaison neigt sich mit Riesenschritten dem Ende entgegen, nicht aber die Gartenarbeit. Es war ein verrückter Sommer, in dem Vieles anders war als normal und der dem letzten Zweifler klar gemacht haben muss, dass Klimawandel mehr ist als nur eine Worthülse.

Durch diesen Sommer haben sich manche natürliche Rhythmen nach hinten verschoben und so kommt im Dezember noch einiges auf den Gartenbesitzer zu. Je nach Nutzung sind es Laub, Strauch- und Baumschnitt, Staudenabfälle oder Ernterückstände, die alle versorgt werden wollen. Wer sich hierbei nachhaltig verhalten möchte, und das sollte heutzutage jeder verantwortungsvolle Gartenfreund, wirft die Abfälle nicht einfach in die Biotonne, sondern behandelt sie als Wertstoff. Das ist nämlich der bessere Begriff dafür.

Wohin mit dem Laub
Im Spätherbst fallen die Blätter und Baumschnitte stehen an.

Pflanzen entnehmen im Laufe der Saison dem Boden gezielt nur die Nährstoffe, die sie zum gesunden Wachstum brauchen. In einem intakten Ökosystem fallen alle überflüssigen, abgestorbenen oder reifen Teile, wie z.B. Herbstlaub oder Früchte, irgendwann wieder auf den Boden. Und weil sie dort keiner wegräumt, verrotten sie hier und geben die aufgenommenen Nährstoffe eins zu eins wieder an den Boden ab. So stehen sie für neues Wachstum zur Verfügung. Durch diesen Kreislauf bleiben alle Wertstoffe im richtigen Verhältnis im Boden und es muss keiner hinterherlaufen, um die Verluste durch Düngung auszugleichen. Aber es passiert noch mehr! Die herabgefallenen Rohstoffe faulen nicht einfach vor sich hin, sondern sind Nahrung für eine Vielzahl von Tieren ganz unterschiedlicher Größe, von Wild angefangen bis zu mikroskopisch kleinen Lebewesen, über viele Zwischenschritte. So halten diese Abfallstoffe die ungeheuer große Artenvielfalt aufrecht und bilden die Grundlage der Nahrungskette. Die endgültige Verrottungstätigkeit findet dann vor allem im Boden statt und schafft dort ein hochkomplexes System von Krume und Hohlräumen, in dem Luft, Wasser und Nähstoffe gespeichert werden können und somit den Pflanzen unmittelbar zugutekommen. Speziell in diesem Extremsommer haben sich derartige Qualitätsunterschiede im Boden deutlich gezeigt. Erschöpfte und mit Humus unterversorgte Böden gingen viel schneller in die Knie, was deutlich an schlecht wachsenden oder sogar absterbenden Pflanzen zu erkennen war.

Nun darf man aber vom Gartenbesitzer nicht erwarten, seinen Garten ab sofort sich selber zu überlassen mit dem Argument, dass er jetzt biologisch Gärtnern sollte. Trotzdem lassen sich bei aller Ordnung, die ein gepflegter Garten braucht, natürliche Prozesse auch kontrolliert durchführen. Der Aufwand ist dabei erstaunlich gering und müsste eigentlich jeden motivieren, in Zukunft seine Gartenabfälle zu recyceln. Nachhaltigkeit fängt an der eigenen Haustüre an.

Kompostieren ist die Kunst, anfallende Wertstoffe im Garten schnell und effizient dem System zurückzuführen. Dazu muss alles möglichst gut zerkleinert und homogen gemischt werden. Gartenabfälle einfach auf einen Haufen in die Gartenecke schmeißen, das funktioniert schon mal nicht und passt auch nicht zu einem gepflegten Garten. Wie also geht man am besten vor?

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Bei großen Mengen hilft nur Technik - Häcksler und Komposter gibt es beim Sümo Fachhändler.

Voraussetzung ist ein leistungsstarker Gartenhäcksler, der auch Laub gut zerkleinern kann. Damit er den Nachbarn nicht auf die Nerven fällt, sollte man auf den Blauen Engel achten, denn er steht für eine geringe Lärmemission. Intelligent ist es, Laub zusammen mit Ast- oder Strauchwerk zu häckseln, dann ist das Ergebnis „griffiger“, das heißt homogener gemischt. Speziell im Winter muss man peinlich darauf achten, dass zu keiner Zeit Laub auf dem Rasen liegt, weil sich darunter Feuchtigkeitsnester bilden und auch das Gras durch Lichtabschluss abstirbt. Pilzkrankheiten und kahle Stellen öffnen Unkrautwuchs in der kommenden Saison Tür und Tor. Am einfachsten sammelt man tote Blätter mit dem hoch gestellten Rasenmäher ein, dann werden sie auch schon vorzerkleinert. Aber keinesfalls dabei Gras abmähen, die Halme brauchen in der dunklen Jahreszeit jeden einzelnen Lichtstrahl zum überleben, je länger sie dabei sind, desto größer ist ihre Lichtausbeute. Im Sommer dagegen sollte Grasschnitt immer gut mit Häckselgut vermischt werden, damit Luft zirkulieren kann, sonst fault es.

Nachdem die Tageslänge Ende Dezember ihr Minimum erreicht, sind Gehölze in absoluter Saftruhe und zeigen keinerlei Wachstum. Viele Gehölze schneidet man am besten nur in dieser Zeit zurück, weil sie sonst stark bluten und dadurch an Kraft verlieren, etwa Kiwi-Ranken. Und weil jetzt keine Vögel mehr nisten, ist der Winter auch der beste Zeitpunkt, Hecken in Form zu bringen. Damit die Wunden schnell verheilen können, ist eine scharfe Klinge erforderlich und die Heckenschere sollte für einen sauberen Schnitt immer eine Nummer größer gewählt werden, als man zunächst denkt. Nichts ist schlimmer, als eine Heckenschere, die dauernd rupft und einem die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe raubt. Ein längeres Schwert erleichtert zudem eine präzisere Führung und liefert ein viel besseres Resultat in kürzerer Zeit. Tipp: Wer beim Heckenschnitt vorher eine derbe Plane unterlegt, kann das Schnittgut darin direkt zum Häcksler tragen.

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Der Hecke zu Liebe - ein scharfer Schnitt hilft der Hecke, sich zu erholen.

Laub, das jetzt noch unter der Hecke oder in toten Ecken liegt, sollte gesammelt und zerkleinert werden. Aber aufgepasst. Laub ist auch ein bewährter Überwinterungsplatz für allerlei Insekten und andere nützliche Kleintiere. Also wo es nicht stört, ist es besser, es liegen zu lassen. An Stellen, wo Laub sammeln knifflig ist, kann auch ein Laubbläser zum Einsatz kommen. Auch hier lässt sich der Frieden mit den Nachbarn erhalten, denn mittlerweile gibt es eine gute Auswahl akkubetriebener und damit deutlich leiserer Varianten, Experten der SÜMO haben da sicherlich das Passende zur Hand.

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Der Nachbar wird sich freuen - leise akkubetriebene Laubsauger und -bläser.

Apropos Akkugeräte. Mittlerweile ist die Leistungsfähigkeit von Akkus selbst den vor Kraft strotzenden Motorsägen gewachsen, sodass im Hausgarten die lauten und nach Benzin riechenden Kettensägen hinterfragt werden sollten. Wenn es sich nicht um Profis handelt, die solche Geräte im Dauereinsatz betreiben, ist eine Akkusäge oft die bessere Wahl, nicht nur weil sie leiser, sondern vor allem auch sicherer ist. Viele Schnittarbeiten an Bäumen erfolgen am besten in der dunklen Jahreszeit, nur bei Obstgehölzen und Rosen ist es erfahrungsgemäß besser, bis Ende Februar zu warten. Natürlich wäre es auch fatal, jetzt Frühjahrsblüher wie Forsythien oder Flieder zu schneiden, weil man dann die Blütenanlagen mit entfernt. Aber im laublosen Zustand hat man den besten Überblick, was weg muss und was bleiben kann. Und kahle Äste lassen sich auch deutlich besser häckseln.

In den Reigen der Wertstoffe gehören auch alle Abfälle aus Stauden- und Nutzbeeten, denn sie haben ja ebenfalls Nährstoffe eingelagert, die es jetzt zu recyceln gilt. Zudem gehören alle sauberen Gemüseabfälle aus der Küche mit auf den Kompost, oder Eierschalen. Nur Speisereste, die zubereitet und somit meist gesalzen sind, haben auf dem Kompost nichts verloren, auch kein Fleisch. Ein sauber geführter Kompost lockt weder Ungeziefer an noch entwickelt er Gerüche. Das passiert erst mit Speiseresten.

Bevor man das Häckselgut in den Komposter einfüllt, sollte es gut durchmischt und mit einer Handvoll Kompostbeschleuniger angereichert werden. Dabei handelt es sich um stickstoffhaltige Substanzen, die spezielle Bakterien fördern. Diese wiederum beschleunigen die Umsetzung des Häckselgutes zu hochwertigem Kompost. Dadurch häuft man im Garten keine großen Mengen an und kann den Kompost schnell verwenden.

Im Winter an die Tiere denken
Im Winter auch an die Tiere im Garten denken. Ein paar kleine Stellen dürfen "unaufgeräumt" bleiben.

Noch ein Tipp zum Schluss: Relativ unbekannt ist es, Kompost nicht im Komposter, sondern direkt auf den Beeten verrotten zu lassen. Dieses Verfahren heißt Flächenkompostierung. Besonders sinnvoll ist es unter Sträuchern, als Mulchmaterial um Baumscheiben sowie in Staudenbeeten. Der große Vorteil, man kann es jetzt im Winter ohne großen Aufwand auf den kahlen Boden aufstreuen und schafft somit nahezu natürliche Verhältnisse, die optisch so gut wie gar nicht auffallen. Außerdem bildet dieses Material eine hervorragende Schutzdecke gegenüber Austrocknung und zu schnellem Eindringen von Frost in den Boden. Ist es sorgfältig zerkleinert, kann ihm auch Wind nichts anhaben, anders als bei unbearbeitetem Herbstlaub. Frühblühende Zwiebelblumen können ungehindert hindurch wachsen und bekommen bei einsetzender Wärme sofort schonend Nährstoffe zugeführt, weil dann der Kompost viel schneller als in einem Gefäß verrottet, schließlich ist die Oberfläche um ein Vielfaches größer. Diese Methode ist auch deutlich ökologischer, weil im großflächigen Bodenkontakt erdbewohnende Organismen unmittelbar gefördert werden und sie die Bodengesundheit aufrecht erhalten. Regenwürmer z.B. ziehen Unmengen davon in den Boden und erzeugen daraus in der Tiefe in ihrem Darm wertvollen Dauerhumus. So ganz nebenbei schaffen sie auch Luft- und Ablaufkanäle für Überschusswasser und sorgen für ein ausgeglichenes Wurzelraumklima – kostenlos und ohne Arbeit für den Gärtner.

Ist dann um den Jahreswechsel alle Arbeit erledigt, kann man sich getrost der Pflege seiner Geräte widmen, aber das ist ein anderes Thema. Und in der Zwischenzeit dreht sich im Garten das Rad weiter, denn die Pflanzen bereiten sich jetzt schon im Verborgenen auf die kommende Saison vor.