Motorsägen Kaufberatung

Motorsägen Kaufberatung

Jetzt im Winter wird wieder "Holz gemacht" - doch welche Motorsäge ist die Richtige für den jeweiligen Anwendungszweck.

Die Auswahl der richtigen Antriebstechnik

Die erste Überlegung, die sich vor dem Kauf einer Motorsäge stellt, ist: Welcher Antrieb ist der Richtige?
Als Möglichkeiten stehen mit der Benzinmotorsäge, der elektrisch betriebenen Motorsäge und der Akku-Motorsäge gleich drei Technologien zur Auswahl. Für die richtige Auswahl entscheidend ist der Einsatzzweck und Einsatzort.

Elektrisch betriebene Motorsägen

Der Vorteil von elektrisch betriebenen Motorsägen ist, dass die Motoren nahezu wartungsfrei sind und außer Kettenöl keine weiteren Betriebsmittel notwendig sind. Der Nachteil ist die geringere Leistung der Säge und die Notwendigkeit eines Netzanschlusses am Arbeitsplatz. Gerade das schließt die elektrische Motorsäge überall dort aus, wo entweder gar keine Stromversorgung gegeben ist oder eine Verlegung nur aufwändig und zeitraubend ermöglicht werden kann. Elektrische Motorsägen eignen sich daher besonders für Anwender, die stationär damit arbeiten möchten, z. B. zur Bearbeitung bereits bereitliegendes Brennholzes. Das Einkürzen auf Kamingröße oder auch das Entasten von Baumschnitten sind mit der elektrischen Motorsäge kein Problem. Elektrische Motorsägen sind deutlich preiswerter als benzin- oder akkubetriebene Motorsägen, daher kann die Entscheidung für eine elektrische Motorsäge aus wirtschaftlichen Gründen durchaus vernünftig sein, wenn der Anwender diese tatsächlich nur für den stationären Einsatz benötigt.
Elektrische Motorsägen auf Suemo.de

Die Dolmar ES 174 TLC - Beispiel für eine elektrische Motorsäge für den gelegentlichen, stationären Einsatz. Mehr über diese Motorsäge erfahren Sie hier.

Motorsägen mit Akkutechnik

Vor ein paar Jahren noch hinsichtlich der eingeschränkten Akkuleistung und -laufzeit belächelt, sind aktuelle akkubetriebene Motorsägen voll im Trend. Das liegt vor allem an der deutlicheren Verbesserung der Akkuleistung und den wesentlich gesunkenen Anschaffungspreisen bei akkubetriebenen Gartengeräten. Zudem haben sich Akkugeräte auch im professionellen Einsatz sehr gut durchgesetzt - diese positiven Entwicklung liegen Vorgaben von kommunalen Einrichtungen zu Grunde, die aufgrund der besseren Emissionswerte von Akkugeräten für ausgeschriebene Landschaftspflegearbeiten Akkutechnik vorschreiben. Die Akku-Motorsäge verbindet im Prinzip die Vorteile der kabelgebundenen Elektrosäge mit der Mobilität und Flexibilität der benzinbetriebenen Kettensäge. Zwar sind der Akkutechnik auch heute noch Leistungsgrenzen gesetzt, die in bestimmten Bereichen des professionellen Einsatzes nur durch den Einsatz einer benzinbetriebenen Motorsäge erreicht werden, für den privaten Einsatz reicht die Leistung einer akkubetriebenen Motorsäge in der Regel aber aus. Vor allem die Entwicklung bei Motorgartengeräten, diverse unterschiedliche Geräte mit der gleichen Akkubestückung zu betreiben, spricht hier für die Akkutechnik. Hersteller wie Stiga, Honda, Stihl oder Husqvarna bieten hier schon verhältnismäßig preiswerte Pakete an, bei denen die wichtigsten Motorgeräte wie Heckenschere, Trimmer, Sense, Motorsäge oder Rasenmäher mit dem gleichen Akku betrieben werden können.

Akku Motorsägen auf Suemo.de

Die Husqvarna Akku Motorsäge 436 Li - Beispiel für eine akkubetriebene Motorsäge. Mehr über diese Motorsäge erfahren Sie hier.

Benzinbetriebene Motorsägen

Ab einer gewissen Leistungsanforderung kommt der Anwender auch heute kaum um eine benzinbetriebene Motorsäge herum. Vor allem im semiprofessionellen und professionellen Einsatz benötigt der Sägenbetreiber einfach ein Leistungsspektrum, das nur von einer Benzin - Motorsäge angeboten werden kann. Für Baumfällungen, sehr starke Rückschnitte oder mehrstündige Einsatzzeiten gibt es noch keine wirkliche Alternative zur benzinbetriebenen Motorsäge. Das Angebot benzinbetriebener Motorsägen reicht von der kleinen Säge für Ausputzarbeiten, Baumschnitte oder die Weiterverarbeitung von Brennholz bis hin zu sehr starken Fällsägen für die Forstwirtschaft. Wenngleich auch in diesem Bereich die Akkutechnik auf der Übersholspur ist, greifen die Anwender in diesem Segment eher zur Benzin Motorsäge. Der Vorteil ist die schon angesprochene bessere Leistungsentfaltung, ein Höchstmaß an Flexibilität und an Variantenvielfalt. Der Nachteil sind die wartungsaufwändigeren Motoren, die schlechteren Emissionswerte und die Notwendigkeit der Benzinbevorratung.Benzin Motorsägen auf Suemo.de

Die Efco MT 8200 Benzinmotorsäge für den professionellen Einsatz. Mehr über diese Motorsäge erfahren Sie hier.

Schwertlängen, Leistungsgewicht, Kettenvarianten

Nach der Entscheidung für die Antriebsart der Motorsäge haben sich viele weitere Entscheidungen bereits von alleine geklärt. Bei den kleineren Hobbysägen ist die weitere Auswahl zumeist eingeschränkt, da in diesen Ausführungsvarianten mit für die eingeschränkten Anwendungsmöglichkeiten optimalen Ausstattungen angeboten wird. Eine Vollmeißelkette auf einer kleinen Elektrosäge macht ebenso wenig Sinn wie ein 70 cm Schwert. Hier sollte der Käufer auf die Basisaussstattungen der Hersteller vertrauen oder bestenfalls den Fachhändler vor Ort zu Rate ziehen. Die meisten Hobbysägen sind mit Schwertlängen von 25 - 30 cm und einer Sägekette mit 3/8 Teilung ausgestattet. Auf die unterschiedlichen Kettenvarianten wird in diesem Artikel nicht gesondert hingewiesen, hierzu bitte den Artikel Kaufberatung Kettenteilung lesen.

Zur Schwertlänge bei Kettensägen: Je kürzer, desto handlicher. Ein Schwert von mehr als 40 cm benötigen eigentlich nur Anwender im professionellen Bereich, die die Säge zum fällen von starken Bäumen nutzen. In diese Verlegenheit wird der private Anwender mit seiner Motorsäge in der Regel nicht kommen, und das ist auch ganz gut so. Das Fällen eines Baumes ab einer gewissen Höhe ist auch im eigenen Garten sicherheitshalber dem Profi zu übertragen - so manches Carport samt darunter stehendem Auto wurde schon Opfer der Überschätzung des ungeübten Baumfällers. Jenseits der eigenen Gartenscholle ist das Fällen von Bäumen eh von dem Besitz eines Motorsägenscheines sowie natürlich der Freigabe durch das jeweilige Forstamt abhängig.

Für den privaten Anwender wesentlich interessanter ist das so genannte Leistungsgewicht. Dieses gibt das Verhältnis zwischen dem Gewicht der Säge (ohne Schneidgarnitur) in kg und der Motorleistung in kW an. Je niedriger das Leistungsgewicht, desto leistungsfähiger ist die Säge. Ein geringes Gewicht der Säge wird der Anwender schnell zu schätzen lernen, wenn es dann doch einmal ein paar Stunden an der Säge werden. Als grobe Faustregel für Sägen im Privatbereich gilt: für gelegentliche Gartenarbeiten: Leistung 1,3 - 2,3 kW, für die Brennholzzubereitung maximal 3,5 kW - alle stärkeren Sägen sind eigentlich für professionelle Arbeiten gebaut.

Profi Motorsägen beim Sümo Fachhändler vor Ort kaufen

Motorsägan wie hier die Husqvarna 3120 XP mit 6,2 kW und Schwertlängen bis 105 cm sind ausschließlich für den Profibereich konzipiert.

Motorsägen kauft man beim Fachhändler

Der Kauf einer Motorsäge ist ein Thema, mit dem sich der Interessent immer an einen Fachhändler wenden sollte. Der einfache Griff ins Regal eines Discounters oder Baumarktes ist zumeist der schlechteste Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Motorsäge. Grundsätzlich ist vor dem Kauf einer Motorsäge der Besuch eines Motorsägenkurses zu empfehlen - das Gefahrenpotential beim Umgang mit einer Motorsäge ist einfach zu groß und wird von vielen Gartenbesitzern unterschätzt, die "nur mal eben den einen Ast da weghaben wollen". Der Motorsäge ist es relativ egal, ob Sie einen Baum fällen, einen Ast absägen oder nur eine alte Holzpalette für den Kamin passig sägen möchten. Die Säge tut genau das, wofür sie bautechnisch konzipiert wurde - sie sägt. Und das völlig emotionslos - das Bein des Anwenders ist ihr im Prinzip genauso recht wie der Ast eines Baumes. Aus diesem einfachen Grunde gehört zum Erwerb einer Motorsäge zwingend auch der Erwerb der entsprechenden Schutzkleidung. Eine Schnittschutzhohe und -jacke, Schnitzschutzstiefel oder -schuhe sowie ein Helm mit Visier und Gehörschutz sollten in jedem Falle mit dem Kauf einer Motorsäge erworben werden, sofern nicht vorhanden. Auch hier als Faustregel: Wer in einem Geschäft eine Motorsäge angeboten bekommt und findet dort keine Schutzkleidung oder zumindest den konkreten Hinweis darauf, sich diese anschaffen zu müssen - der ist im falschen Geschäft. Ebenso wichtig wie der Kauf und der sichere Umgang mit einer Motorsäge ist die regelmäßige Kontrolle. Die meisten Fachbetriebe bieten - zumeist auch im Spätherbst oder Winter die notwendigen Wartungen und Überprüfungen für Motorsägen an.