Natürlicher Pflanzenschutz im Garten

Natürlicher Pflanzenschutz im Garten

Unkraut und Schädlinge im Garten - wenn die Natur nicht selbst für den Ausgleich sorgt, muss der Gartenbesitzer nachhelfen. Im Zuge eines stärker gewordenen Umweltbewußtseins möchten dabei viele Gartenfreunde auf den Einsatz von Chemie verzichten. Auch der Gesetzgeber schränkt chemische Bekämpfungsmethoden zum Wohle der Umwelt immer mehr ein.

Natürlicher Pflanzenschutz beginnt bei der Einrichtung des Gartens

Bereits bei der Anlage von Beeten und der Auswahl der Pflanzen im Garten lassen sich viele spätere Probleme mit Schädlingen, Pilzen und Pflanzenkrankheiten vermeiden. Wer auf Exoten verzichtet und auf Pflanzen zurückgreift, die in unseren Regionen heimisch sind, kann sich einige Überraschungen ersparen. Gerade aus dem Urlaub mitgebrachte Pflänzchen können unter anderen klimatischen Bedingungen eine ganz andere Ausbreitungs- und Wachstumsdimension erreichen als in dem Land, aus dem sie stammen oder gar Schädlinge mit in den Garten bringen, die hier keine natürliche Feinde haben. Viele Pflanzen ergänzen sich auch in der Gruppierung im Beet oder übernehmen Schutzfunktionen für andere Pflanzen. Kräuter wie Dill, Thymian, Bohnenkraut oder Kapuzinerkresse halten die Beete von  den meisten Schnecken und Mäusen frei. Meistens erreichen diese natürlichen Helfer den Effekt durch sehr starke Duftstoffe, die manche Schädlinge im Garten nicht mögen. Kapuzinerkresse beispielsweise in Obstbäumen vermindern den Bestand an Blattläusen. Sehr wichtig ist auch die Bereitstellung von Lebensräumen natürlicher Feinde von Schädlingen im Garten.


Die effektivsten Schädlingsbekämpfer im Garten: Vögel. Ein Meisenpaar mit zweimaligem Nachwuchs verzehrt bis zu 50 kg Insekten pro Jahr.

Wer sich für diese Methode entscheidet, sollte aber bedenken, dass dann chemische Mittel, die eventuell über die Nahrungskette auch den nützlichen Marienkäfern, Vögeln oder Fledermäusen schaden können.


Rosenrost - der sollte bekämpft werden, da die befallenen Blätter auch die Wintersporen mit in die nächste Saison nehmen. In jedem Falle alle befallenen Blätter entfernen.

Viele kleine Dinge lassen sich auch schon im Vorfeld optimieren. Eine Pflanze besitzt in der Regel gewisse Selbstschutzfunktionen. Je stärker und gesünder die Pflanze ist, desto unanfälliger ist sie gegen Schädlinge. Daher sollte an erster Stelle stehen, dem Pflanzenbestand durch gute Versorgung von Nährstoffen und Wasser, einem sinnvollen Rückschnitt und der Wahl des besten Standortes die Chance zum Selbstschutz zu geben.


Sieht nach Krankheit aus - ist es aber nicht. Hier ist die Rebenpockenmilbe am Werk, eine Bekämpfung ist nicht notwendig.

Trotz aller Möglichkeiten, im Garten ohne jegliche Schädlingsbekämpfungsmittel ein Gleichgewicht herzustellen, kann in extremen Situationen der Einsatz von zusätzlichen Mitteln notwendig sein. Vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sollte sich der Gartenbesitzer aber in jedem Falle informieren, was er wann und wo einsetzen darf. Verkäufer von Pflanzenschutzmitteln sind gesetzlich verpflichtet, den Endkunden über die Einsatzmöglichkeiten und Einschränkungen zu beraten. Daher gilt für Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel in Deutschland auch ein Selbstbedienungsverbot. Der Fachhändler, der solche Mittel anbietet, unterliegt einer Schulungspflicht für seine Verkäufer und hat die entsprechenden Mittel für den Endkunden nicht direkt zugänglich zu lagern und anzubieten. Der Profi hat auch häufig Tipps und Tricks als Alternative parat, um einen zu starken Einsatz von chemischen Mitteln zu vermeiden. Grundsätzlich für den Einsatzort von Chemikalien gilt in Deutschland: Auf Flächen wie Wegen, Wegrändern, Garagenzufahrten - und Fahrzeugstellplätzen sind Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter verboten. Als Faustregel für Unsichere gilt: Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten!

Der richtige Zeitpunkt und die richtige Anwendung sind entscheidend

Auch wenn dann mit dem Fachmann geklärt ist, welche Mittel am gewünschten Einsatzort verwendet werden dürfen, ist beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einiges zu beachten. Bei vielen Insektiziden verringert sich der Wirkungsgrad mit zunehmender Temperatur. Zudem kann der verringerte Wirkstoffabbau sogar die Pflanze, die eigentlich geschützt werden sollte, selbst gefährden. Daher gilt: bei über 25 Grad Temperatur sollten keine Schutzmittel eingesetzt werden. Sollte ein Einsatz also im Hochsommer von Nöten sein, empfiehlt sich für die Anwendung bestenfalls der Abend. Wichtig ist die unbedingte Beachtung der Anwendungsbeschreibung. Die Idee, das starker Befall von Schädlingen durch eine Überdosierung an Schutzmittel kompensiert werden kann, ist nicht zutreffend. Auch der Anwendungszeitpunkt muss passen. Viele Pilzerkrankungen, die erst dann bekämpft werden, wenn die Pflanze schon sehr stark belastet ist, sind gegen Schutzmittel resistent.  Zudem sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass auch nur die Pflanzen behandelt werden, die auch behandelt werden müssen. Die "Rundumbehandlung" mit der klassischen 5 l Spritze und, weil ja noch was übrig ist, das dann überall drauf sprühen, wo man meint, die  Pflanze könnte auch noch etwas vertragen, wird nicht helfen. Die meisten Mittel sind speziell für ganz bestimmte Schädlinge oder Krankheiten entwickelt worden und können für andere Pflanzen eher schädlich denn günstig sein. Reste von Pflanzenschutzmitteln finden sich nahezu in jedem Gartenhäuschen. Hier gilt es zu beachten, das der Käufer von Schutzmitteln mit dem Kauf auch gleichzeitig die sachgerechte Lagerung und Entsorgung akzeptiert.

Gerade das Thema Schädlingsbekämpfung und Pflanzenschutz ist sehr sensibel, da der Gesetzgeber hier in den letzten Jahren mit sehr vielen Verordnungen, Gesetzen und Einschränkungen dem unsachgemäßen Gebrauch einen Riegel vorgeschoben hat. Eine Beratung beim Sümo Fachhändler vor Ort ist hier der empfohlene erste Schritt vor dem Einsatz von Schutzmitteln im Garten.