Richtige Rasenpflege Schritt für Schritt

Suemo.de richtige Rasenpflege Anleitung

Der richtige Start in die Rasensaison 2021

Der Rasen spriesst - oder auch nicht? In jedem Falle ist es jetzt die richtige Zeit, dem eigenen Rasen ein wenig auf die Sprünge zu helfen, damit der grüne Teppich den kommenden Sommer übersteht. Doch wann ist was zu tun, um einen gepflegten Rasen zu erhalten. Mähen, düngen, vertikutieren nachsäen ... die richtige Reihenfolge ist entscheidend.

Schritt 1: die Bestandsaufnahme und das Freilegen der Rasenfläche

Kleine Äste, altes Laub gilt es vorab zu entfernen. Zum einen, um den Rasen für die weitere Bearbeitung sauber zu bekommen, aber auch, um dem Rasen eine optimale Wuchssituation zu bescheren. So bilden sich zum Beispiel unter dem Laub ,dass auf dem Rasen liegt zu feuchte Stellen, um ein gutes Wachstum des Rasens zu begünstigen.

Zu den vorarbeiten gehört auch die Beseitigung noch vorhandener Maulwurfshügel, es sei denn, man möchten den kleinen Gräbern auch in der neuen Saison eine Heimat im eigenen Garten geben. Dazu die Ausgänge festtreten und die Haufen abheben.

Rasenpflege Maulwurfshaufen entfernen

 Maulwurfshügel - nicht unbedingt eine Freude für den Rasenfreund.

Schritt 2: das erste Rasenmähen

Jetzt im April ist dazu der ideale Zeitpunkt für den ersten Rasenschnitt. Dabei darauf achten, beim ersten mähen die Schnitthöhe nicht zu kurz einstellen. Optimal ist beim Erstschnitt eine Rasenlänge von ca 4. Zentimetern. Da es im April nachts durchaus noch einmal richtig kalt werden kann, ist ein zu kurzer Schnitt nicht sinnvoll, da dann die Graswurzeln zu offen liegen. Nicht schlecht ist es daher, wenn beim Erstschnitt mit einer Mulchfunktion gemäht wird, sofern nach dem Mähen nicht weitere Pflegeschritte wie vertikutieren oder düngen erfolgen sollen. Das Mulchen selbst übernimmt schon eine Düngefunktion und schützt zudem die Rasenpflanzen vor Frost oder zu kalten Temperaturen. Rasen beginnt erst bei einer Temperatur um die 15 Grad seine Wachstumstätigkeit. Daher sollte auch der Rasen nicht zu früh vertikutiert oder Moos oder Verfilzungen entfernt werden.

Mulchen - eine gute Alternative zum Düngen beim ersten Mähen im Frühjahr

Der Tipp dazu: Moos und Unkraut nicht bei niedrigen Temperaturen entfernen

Über das letzte Jahr hat sich im Rasen Moos oder Unkraut breitgemacht. Auch Verfilzungen im Rasen selbst gilt es zu beseitigen. Aber aufgepasst, sonst war es eine vergebliche Arbeit. Liegen die Temperaturen deutlich unter 15 Grad, schaffen Sie mit dem bereinigen der Rasenfläche von Fremdbewuchs nur Platz für weiteres Unkraut, denn im Gegensatz zu Rasenpflanzen werden Moose und Unkräuter schon ab knapp 10 Grad aktiv. Sie werden dann wunderbar miterleben können, wie sich an freien Stellen statt dem gewünschten Rasen weiteres Unkraut oder Moos verbreitet.

Suemo.de Moos im Rasen

Hier hat Moos bereits die Oberhand gewonnen - auch der Löwenzahn ist im Zierrasen nicht gerne gesehen.

Suemo de Unkraut im Rasen

Im letzten Jahr zu früh vertikutiert: Hier ist alles zu spät - wild ausgesäte Blumen, Moos, Löwenzahn - hat zwar auch seinen Reiz, mit Rasen aber nicht mehr viel zu tun.

Schritt 3: Ist es warm genug, kommt der Vertikutierer zum Einsatz

Auch wenn es im ersten Moment effektiver erscheint, setzen Sie einen Vertikutierer maßvoll ein. Die Messer sollten nicht tiefer als 3 mm in den Boden dringen, um Verfilzungen zu lösen oder Moos zu entfernen. Setzen Sie den Vertikutierer zu tief an, wird das Ergebnis Sie zwar im ersten Moment begeistern. Die Menge, die der Vertikutierer aus dem Rasen entfernt kann allerdings schädigen und die Rasenpflanzen selbst sehr stark verletzen und hindert damit eine zügige Regeneration der Rasenfläche. Achten Sie auch vor dem Vertikutieren darauf, ob sich Ihr Rasen tatsächlich schon in der Wachstumsphase befindet.  Sie ersparen sich dadurch übermäßiges Nachsäen. Idealer Zeitpunkt zum Vertikutieren ist daher nicht vor dem ersten Mähen, sondern besser nach dem zweiten oder dritten Mähen. Durch unser mildes Klima verschiebt sich die Wachstumsphase des Rasens zwar etwas nach vorne, aber als Faustregel gilt: warten, bis der Rasen wächst - erst dann vertikutieren. Das verringert bei eventuell notwendiger Nachsaat auch die Zeit der freien Flächen im Rasen, da dieser wie oben erwähnt, erst ab etwa 15 Grad zu wachsen beginnt. Vertikutieren sollten Sie auch maximal zweimal im Jahr. Mag es auch verlockend sein, da zwischendurch noch mal den Vertikutierer einzusetzen, wenn man sieht, dass statt Rasen wieder Moos und Unkraut nachwächst - Sie erreichen mit zu häufigem vertikutieren nur das Gegenteil. Der Rasen wird schwächer, das Unkraut wird mehr. Wichtig beim vertikutieren ist, die Rasenfläche zuerst längs in einer Richtung und anschließend quer zur ersten Spur zu bearbeiten.

Suemo.de vertikutieren

Der Unterschied ist schön zu sehen - in der Mittelspur wurde vertikutiert - die Grasnarbe ist aufgelockert.

Suemo.de vertikutieren

Die Grafik (Sabo) zeigt, wie tief der Vertikutierer in den Boden eindringen sollte - zu tief schädigt die Rasenpflanzen zu stark.

Schritt 4: Das Kalken des Bodens

Moose und Unkräuter bevorzugen saure Böden. Beim Kalken regulieren Sie den ph-Wert Ihres Rasens zu Gunsten der Rasenpflanzen. Nach dem Kalken braucht die Rasenfläche einige Tage Ruhe, bevor Sie zum nächsten Schritt der Rasenpflege kommen können.

Schritt 5: Düngen des Rasens

Nachdem sich der Kalk aufgelöst hat, können Sie den Rasen düngen. Rasenpflanzen benötigen nach dem Winter zusätzliche Nährstoffe. Dafür hält der Handel spezielle Rasendünger bereit, die genau auf den Nährstoffbedarf von Rasenpflanzen ausgelegt sind. Wichtig beim düngen ist die gleichmäßige Verteilung des Düngers auf der gesamten Rasenfläche, um einen einheitlichen Wuchs des Rasens zu erreichen. Am besten gelingt das mit einem im Fachhandel erhältlichen Düngestreuer. Für sehr große Flächen bieten sich hier auch Düngestreuer als Anhänger für Rasentraktoren an. Der geeignete Tag für das Düngen ist ein eher bedeckter Tag, idealerweise mit Aussicht auf nahenden Regen, da so der Dünger am Besten in den Boden zu den Wurzeln der Rasenpflanzen gelangt.

Schritt 6: Rasen nachsäen

Manchmal bleibt als letzter Schritt zur Erhaltung eines schönen Rasens nur die Nachsaat. Der Grund dafür kann vielseitig sein:

  • ein zu aktiver Maulwurf
  • extreme Vermoosung
  • Sträucher, Bäume oder Beete im Rasen sind entfernt worden

Der richtige Zeitpunkt für die Nachsaat von Rasen ist die Zeit April, Mai oder der frühe Herbst. Die trockenen Sommermonate sollten eher gemieden werden, wenn neue Rassenflächen angelegt oder bestehender Rasen saniert werden soll. Bei der Aussaat von Rasen empfiehlt sich der Weg zum Fachhändler. Der zukünftige schöne Rasen beginnt schon mit der richtigen Auswahl des Samens. Die beliebt bekannte Tiergartenmischung ist nicht für jeden Garten ideal. Spezielle Schattengrundstücke oder schwere, saure Böden können eine andere Anforderung an den Rasensamen stellen. Hier gilt: wer beim Rasensamen spart, spart am falschen Ende. Auch die Hilfe vom netten Nachbarn "Ich habe da noch einen halben Sack herrumstehen" ist in der Regel wenig erfolgversprechend - die Keimfähigkeit von Rasensamen nimmt mit der Lagerzeit rapide ab, so dass Ihre ganze Mühe vorab umsonst gewesen ist. Na ja, ganz umsonst nicht, denn Unkräuter kümmern sich wenig um Ihren Plan vom tollen Rasen. Je schlechter das Saatgut, das Sie verwenden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die neu eingesäte Fläche schon in der ersten Wachstumsperiode von Pflanzen erobert wird, die sie dort eigentlich gar nicht haben wollten.