Sonderkraftstoffe: sinnvoll oder nicht?

3. März 2021

Wer in seinem Garten benzinbetriebene Motorgeräte wie Motorsäge oder Rasentraktor einsetzt, kommt um eine Bevorratung von Kraftstoff nicht umhin.

Neben der klassischen Methode des Selbst-Mischens setzen sich zunehmend bereits verbrauchsfertige Sonderkraftstoffe am Markt durch. 

Welches Gerät am Besten mit welchen Kraftstoff läuft, wissen wir als Ihr Fachhändler vor Ort. Der folgende Ratgeber-Artikel verschafft Ihnen einen ersten Überblick. 

Selber mischen oder fertig kaufen?


In vielen Garagen sieht es ähnlich aus: Neben den verschiedenen Motorgeräten wie Motorsäge, Rasenmäher, Rasentraktor oder Heckenschere finden sich mehrere Kanister mit Benzin. Aufgrund der Motorentechnik zumeist 2-Takt Benzin und 4-Takt Benzin. 

Nicht selten aber stehen daneben noch weitere Kanister mit angemischtem Zweitaktbenzin unbekannten Mischdatums, entsprechende Zusätze und Ersatzkanister für den Pkw, vielleicht sogar Diesel und Benzin. Ein Durcheinander, das nicht sein muss.

Der Markt bietet Sonderkraftstoffe für die jeweiligen Motorgeräte - passend gemischt, umweltschonend und sicher. So bieten zum Beispiel die Hersteller Oest und Aspen solche Sonderkraftstoffe in unterschiedlichen Gebinden an. 

Sicherlich sind diese Sonderkraftstoffe ein wenig teurer als die eigene Mischung mit Additiven, am Ende aber rechnet sich der Aufwand für das Selbermischen kaum. 

Vor allem die nur kurze Lagerzeit des selbstgemischten Kraftstoffes wirft für den Motorgerätebesitzer gleich zwei Probleme auf:

  • Ist mein Selbstgemisch noch verwendbar?
  • Wohin mit dem überlagerten Restbenzin?

Solche Probleme treten nicht auf, wenn betriebsfertige Sonderkraftstoffe gekauft werden. Diese Fertigmischungen haben oft eine Lagerfähigkeit von bis zu fünf Jahren. Das schafft die Sicherheit, dem teuren Motorgerät nicht mit überlagertem Kraftstoff zu schaden. Auch das Mischungsverhältnis ist zumeist exakter, wenn ein fertiger Sonderkraftstoff gekauft wird. Das "frei Hand"-Mischen sorgt nicht selten für zu fette oder zu magere Benzine, die in beiden Fällen die Haltbarkeit und Leistung des verwendeten Motorgerätes negativ beeinflussen.

Vergleich zwischen herkömmlichem Bezin und Sonderkraftstoffen


Die fertig zu kaufenden Sonderkraftstoffe weisen eine deutlich bessere Ökobilanz aus - nicht umsonst nennt man sie auch "grünes Benzin". Folgende Argumente sprechen für Sonderkraftstoffe:

  • Benzolfrei
  • Aromatenarm
  • Schwefelarm 
So darf sich beispielsweise der Oest Oecomix 2T (R) als "nicht umweltgefährlich" bezeichnen, eine Qualifikation, die nur wenige Benzinsorten erreichen. Der Hintergund für die bessere Umweltverträglichkeit von Sonderkraftstoffen (Alkylatbenzine) gegenüber normalem Benzin liegt in der Zusammensetzung:

  1. Normales, aus Rohöl hergestelltes Benzin besteht aus etwa 100 verschiedenen Stoffen. Diese "Kraftstoffcocktails" sind für Mensch und Umwelt gleichermaßen schädlich.
  1. Alkylatbenzin wird aus reinen Gasen, die bei der Raffination von Rohöl entstehen, synthetisch hergestellt. Es besteht nur aus etwa zehn unterschiedlichen Stoffen und ist nahezu frei von gefährlichen Bestandteilen wie Benzol, Aromaten, Schwefel und Alekinen.

Für den Nichtchemiker ist es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so nachvollziehbar, was in seinem Motorgerätetank landet und was diese Bestandteile bei normalem Benzin für Auswirkungen haben. Daher hier einmal die wichtigsten, gesundheitsgefährdenden Stoffe ein wenig näher betrachtet:

Benzol: 

Kann Leukämie verursachen und gilt als einer der gesundheits-schädlichsten Stoffe im Benzin.

Benzol lagert sich in allen lebenden Organismen ab. 

Normales Benzin enthält etwa 1 % Benzol. Sonderkraftstoffe, wenn überhaupt, maximal 0,01 % - also ein Hundertstel.

Alekine: 

Reagieren ebenfalls im Körper und enthalten krebserregende Stoffe. 

Die Harzbildung bei Alekinen setzen die Lagerungs-beständigkeit herab.

Aromate: 

Reichern sich in lebenden Organismen an und können Nerven- und Organschäden verursachen. 

Zudem tragen sie zum bodennahen Ozon bei - ein aggressives Gas, das beim Menschen zu Husten, Brust-schmerzen und Atemnot führen kann. 

Das bodennahen Ozon wird auch mit dem Waldsterben in Ver-bindung gebracht.

Schwefel: 

Trägt zur Übersäuerung von Gewässern bei.

Nicht ohne Grund sind in den meisten gewerblichen Betrieben oder Forstämtern Sonderkraftstoffe für den Einsatz mit Motorgeräten vorgeschrieben. Eine Entscheidung, die ausschließlich der Reduzierung der Gefährdung unserer Natur und der eigenen Gesundheit dient. 

Folgende positive Begleiteffekte hat die Verwendung von Sonderkraftstoffen:

  • Erzielen oft eine bessere Leistung
  • Schonen den Motor